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Das Learning aus der Anwendung des Prototypings

In Projekten arbeiten wir oft mit einem iterativen Ansatz und verwenden Prototypen. Wenn wir einer Zielgruppe einen Prototyp präsentierten und den iterativen Ansatz nicht vollständig erklärten, fragten die Stakeholder oft nach detaillierteren Angaben. Das Ergebnis war offensichtlich noch nicht reif genug, um es nach den Erwartungen der Zielgruppe verwenden zu können.

Arbeiten mit Prototypen

Eine für uns wichtige Erkenntnis im Bereich des agilen Arbeitens: Sicherstellen, dass alle Beteiligten die gewählte Methode verstehen. In unserem Beispiel des Prototypings müssen Stakeholder wissen, dass wenn ein Projekt iterativ geführt wird, sich das erwartete Ergebnis schrittweise verbessert und nicht von Beginn an perfekt ist. Um die Akzeptanz zu Beginn zu erhalten ist jedoch entscheidend, dass sich der Mehrwert des Prototyps klar erkennen lässt.

Der Prototyp kann ein Entwurf eines Geschäftsdokuments sein, eine Prozess-Skizze oder die Landingpage einer Webseite. Nach jeder Iteration ist der Input der Zielgruppe gefragt. Wird dies von Beginn an richtig kommuniziert, lassen sich Erwartungen besser steuern. Wird beispielsweise nicht erwähnt, dass die Landingpage noch keine Funktion aufweist, sondern nur das Design vorgestellt werden soll, kann Unverständnis über fehlende Menüs die Folge sein.

Agilität ist ein präsentes Thema in zahlreichen Unternehmen. Agiles Arbeiten erfordert flexibles Reagieren auf Ereignisse und Anforderungen mit dem Ziel, schnell auf sich ändernde Gegebenheiten eine Antwort bereithalten zu können. Im agilen Kontext wird in Iterationen (Zyklen) gearbeitet, die ein Projekt oder ein Vorhaben in kleinere Teile gliedern. Verbesserungen erfolgen schrittweise, bis die Zielgruppe zufrieden ist mit dem Resultat. Das bedeutet, dass die erste präsentierte Fassung, der erste vorgestellte Entwurf des Vorhabens, noch nicht perfekt ist. Mit dem Lauf der Zeit wird dieser sukzessive überarbeitet. Nach jedem Verbesserungsschritt erfolgt das Abholen von Feedback der Zielgruppe, die ihre Vorschläge einbringt. Dieser Input erfordert Kooperation. Wichtig ist, dass Beteiligte in den Prozess einbezogen werden. Wie dieser aussehen kann, ist folgend erläutert:

  1. Erster Prototyp der Zielgruppe präsentieren
  2. Feedback abholen
  3. Prototyp verbessern
  4. Zweiter Prototyp der Zielgruppe präsentieren
  5. Feedback abholen
  6. Prototyp verbessern
  7. usw. 

Ein agiler Ansatz muss nicht zwingend im Kontext der Software-Entwicklung sein. Werden beispielsweise neue Geschäftsregeln erfasst, die über die Abteilungsgrenzen hinweg gültig sind, kann ein agiler Ansatz beim Erarbeiten die Vollständigkeit der Erfassung fördern. Mitarbeitende verschiedener Abteilungen werden dabei aufgefordert ihren Beitrag, aufbauend auf der vorherigen Version, einzubringen. Wichtig ist ganz zu Beginn zu klären, dass die vorherige Version ohne den Anspruch auf Vollständigkeit erstellt wurde. Ein neutraler Blick auf die vorangegangene Arbeit der Beteiligten ist dabei zentral.

Autor:

Dominik Lischer, Professional Business Analyst

Quelle: 

https://www.manager-magazin.de/hbm/fuehrung/agilitaet-im-unternehmen-gelebte-realitaet-oder-managmenthype-a-2398bd10-8bc3-42f6-b04e-2aff77cb938b

 Titelbild:
 
Generiert mit der Hilfe künstlicher Intelligenz (Copilot)